Eine Vollerhebung im MobilitätsMonitor von YouGov unter mehr als 20.000 Personen in Deutschland im Herbst 2025 belegt, dass sich das Verständnis von nachhaltigem Reisen verändert. Anstatt auf Reiseverzicht zu setzen, bevorzugen Reisende zunehmend nachhaltigere Alternativen innerhalb ihrer Reiseplanung. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote wächst, Nachhaltigkeitssiegel gewinnen an Bedeutung und die Mehrheit achtet auf nachhaltiges Verhalten vor Ort. Gleichzeitig verlieren klassische Verzichtsstrategien an Einfluss auf die Reiseentscheidungen. Gleichzeitig verlieren Maßnahmen, die auf Verzicht basieren, leicht an Zustimmung. So geben nur noch 32 Prozent an, Flugreisen zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes zu vermeiden (−2 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024). Auch der bewusste Verzicht auf Kreuzfahrten geht leicht zurück (−1 %). Besonders hohe Zustimmungswerte erreichen Maßnahmen, die Reisende direkt am Urlaubsort umsetzen können. So kaufen 54 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben lokale Produkte, um das Klima zu schonen. Noch mehr, nämlich 59 Prozent, besuchen am Reiseziel bewusst Restaurants, Unterkünfte oder Shops, die von Einheimischen betrieben werden, um die regionale Wirtschaft zu unterstützen. Die Ergebnisse zeigen deutliche soziodemographische Unterschiede: Besonders die jüngere Generation treibt den Nachhaltigkeitstrend im Tourismus voran. Junge Reisende achten häufiger auf Nachhaltigkeitsaspekte, berücksichtigen Klimafolgen stärker bei ihrer Reiseplanung und zeigen eine überdurchschnittliche Bereitschaft, ihr Reiseverhalten anzupassen. Auch Frauen weisen insgesamt eine höhere Nachhaltigkeitsorientierung auf als Männer.