Edersee: Konflikt zwischen Tourismus und Schifffahrt wegen Wasserentnahme wird existentiell

Am Edersee wird die mehr als 100 Jahre alte Zweckbindung der Talsperre zugunsten der Schifffahrt an der Oberweser mehr und mehr zum existentiellen Problem für die Tourismusbetriebe entlang des Ufers. Bereits im Juli war der See nur noch zu 18 Prozent gefüllt, obwohl die Wasserabgabe gedrosselt wurde. Laut Regionalverband Eder-Diemel sind Steganlagen und Strände trockengefallen, 80 Prozent der Segelboote wurden ausgekrant – und das mitten in der Hauptsaison. Die über Jahrzehnte gewachsene vielfältige Tourismuswirtschaft mit mehreren Hundert Betrieben und 500 Millionen Euro Umsatz droht zu zerfallen. Laut Regionalverband Eder-Diemel ist mittlerweile jeder dritte Betrieb zu veräußern. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat deshalb nun eine Studie beauftragt, um zu prüfen, ob und wie das Abgabe-Management verbessert werden kann. NDR