„Die Zukunft des Wissenstransfers im Tourismus neu denken“

Bei Teejit gibt es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Benedikt Handel übernimmt künftig den Part von Bastian Hiller. Mit Handel sprechen wir über seine Vision fürs Unternehmen, Pläne für die Weiterentwicklung der Produkte und Angebote, und warum Teejit sich auch im KI-Zeitalter nicht als Tool-Lieferant, sondern Impulsgeber für die Branche begreift. 

Benedikt, bei Teejit steht ein Wechsel in der Geschäftsführung an. Mit dir rückt ein Eigengewächs an die Spitze – und tritt in große Fußstapfen. Seit wann bist du im Unternehmen und was macht Teejit für dich besonders? 

Handel: Ich bin seit vier Jahren bei Teejit tätig. Während meines Masterstudiums im Tourismus an der Universität Eichstätt entwickelte ich durch verschiedene studentische Projekte eine starke inhaltliche Nähe zu Teejit. Zuvor sammelte ich Erfahrungen im Qualitätsmanagement für Gastronomiebetriebe der Paulaner Gruppe, in der Gastronomie selbst sowie in meinem Studium zum Betriebswirt. In den letzten Jahren durfte ich viele der heute genutzten Produkte mitentwickeln, Workshops zu Künstlicher Intelligenz leiten und Beratungs- sowie Nachhaltigkeitsprojekte begleiten. Teejit ist für mich besonders, weil hier ein echtes Miteinander herrscht – eine Mischung aus Pioniergeist, Offenheit und einem starken Teamgedanken. Ich trete in große Fußstapfen und bin dankbar, dass Bastian Hiller uns in der Produktentwicklung erhalten bleibt.

Was für Impulse willst du setzen bzw. welche Projekte konkret vorantreiben? 

Ich möchte die Stärken von Teejit ausbauen und neue Akzente setzen – insbesondere im Bereich datengetriebener Wissensvermittlung und Automatisierung. Ein Herzensprojekt ist der digitale Check, den wir gemeinsam mit den ersten Destinationen und damit hunderten Betrieben durchgeführt haben. Innerhalb weniger Minuten analysiert das Tool die digitale Präsenz eines Betriebs – von Website über Social Media bis zur Barrierefreiheit – und generiert gezielte Verbesserungsvorschläge. Solche KI-gestützten Ansätze werden den Wissenstransfer im Tourismus revolutionieren. Parallel vernetzen wir mit unserem neuen Lernmanagementsystem gerade viele Akteure im Tourismus, da es Inhalte aus unterschiedlichen Quellen wie Tourismusverbänden, Buchungssystemanbietern oder internen Betriebsschulungen bündelt und alle partizipieren lässt.

Bei allem, was ihr schon könnt: Was ist deine Vision für Teejit?

Wir betrachten uns als Treiber für Zukunftsthemen und wollen Destinationen und Betriebe befähigen, Wissen gezielt nutzbar zu machen – unterstützt durch KI, aber immer praxisnah. Dabei gehen wir weg vom reinen Produktdenken hin zu Ökosystemen, die Menschen, Tools und Prozesse verbinden. Gleichzeitig werden wir unser Beratungsangebot beibehalten, um die operative Umsetzung digitaler Strategien zu begleiten. Uns ist wichtig, dass Teejit nicht nur ein Tool-Lieferant, sondern Impulsgeber für die Branchenentwicklung bleibt.  Unser Fokus bleibt aber dort, wo wir echten Mehrwert bieten können: im Wissensmanagement und in der digitalen Transformation von Destinationen.

Täusche ich mich – oder geht Teejit ein bisschen zurück zu seinen Wurzeln als Wissensvermittler? 

Das stimmt – aber mit einem neuen Verständnis von Wissensvermittlung. Wir besinnen uns wieder stärker auf die Grundlagen: Qualität, Saisonalität, Wertschöpfung und Tourismusakzeptanz. Diese Themen sind nicht neu, müssen aber in einer digitalisierten Branche neu interpretiert werden. KI spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie hilft uns, Wissen effizienter zu strukturieren, implizites Wissen zu erfassen und für die Praxis verfügbar zu machen – etwa durch automatisiertes Transkribieren, Strukturieren und Aufbereiten von Daten. Wir sehen uns also einerseits als digitale Wissensplattform, andererseits als Partner, der klassische Tourismuswerte mit neuen Technologien verbindet. 

Was wird 2026 aus deiner Sicht für ein Jahr für den Destinationstourismus – und wo siehst du die größten Herausforderungen? 

2026 wird ein Jahr der Weichenstellungen. Destinationen stehen vor einem Spagat zwischen wachsenden Erwartungen, knapperen Budgets und gestiegenem Effizienzdruck. Viele Organisationen müssen lernen, mit weniger Ressourcen mehr Wirkung zu erzielen. Hier werden Automatisierung und KI-gestützte Prozesse entscheidend helfen. Aus meiner Sicht geht es aber nicht nur um Technologie, sondern auch um Haltung: Kooperation, Mut und Offenheit werden wichtiger als Größe.  Ich sehe den Destinationstourismus trotzdem optimistisch. Die Branche ist familiär, lernbereit und stark vernetzt – das hat mich von Anfang an beeindruckt. Wenn wir es schaffen, das vorhandene Wissen konsequent zu nutzen und neu zu denken, wird 2026 ein starkes Jahr des Aufbruchs.