PR-Tipp des Monats

Die Seele im Wartestand

Oder: Was kommunizieren wir, wenn es eigentlich nichts zu buchen gibt?

Von Rainer Schwarz

 

„Ohne euch ist es so einsam.“ In der Art sehen wir gerade viele Posts, Beiträge und Storys auf Social Media. Hoteliers, Gastronomen und Destinationen bringen die aktuelle Situation auf den Punkt.

Zurzeit ist es ungefähr so wie neulich bei meinem Bäcker des Vertrauens. Auf großen Lettern stand da auf einer Tafel: „Bald wieder da – unsere Schneckennudeln“. Und was da dann in mir stattfand, war einfach unbeschreiblich – ein Genussfestival.

Unverzüglich saß ich in Gedanken am Kaffeetisch, mir lief das Wasser im Mund zusammen und ich schwelgte dahin in meinem Lieblings-Schneckennudel-Nirvana mit allen Sinnen. Ich roch den feinen Puderzucker, sah die Menschen um mich herum in Zeitlupe, nahm das gesellige Zusammensein wahr, biss voller Vorfreude in dieses Wunderbackwerk und fühlte mich einfach wohl.

Diese „Gedankenwelt“ war für mich wie eine wertvolle „Überbrückungshilfe“.

Gerade deswegen: Hören wir nicht auf damit, die reisende Seele in Erinnerungen oder Wünschen schwelgen zu lassen. Adressiert an das in uns, was soooo gerne unterwegs ist und sich an eine schöne Zeit erinnert oder sich in fremde Länder wünscht.

Geben wir also wenigstens eine Heimat mit Bildern im Kopf und Worten fürs Gemüt. Denn gerade das kann Kommunikation auch, ganz sicher!

 

In diesem Sinne … bis wir wieder durchstarten können.

Und das werden wir, anders vielleicht, doch ganz sicher.

Rainer Schwarz

 

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Über Alibi-PR und wirklich wirksame Maßnahmen

Was ist besser? Hunderte Adressen in einem Presseverteiler zu oft zu „bedienen“? Oder per persönlichem Kontakt in der relevanten Mediengattung für Aufmerksamkeit zu sorgen?

Was bringt mehr? Acht Pressemitteilungen pro Jahr an Tageszeitungen zu senden mit einem zu langen Text – oder lieber vier Pressemitteilungen garniert mit einem konkreten Angebot? Gefasst in einen kurzen Text, der das Wesentliche enthält und der nicht mehr groß von den Redaktionen gekürzt werden muss.

Die Frage ist immer: Wem folgt die PR? Den Interessen der einzelnen Player im touristischen Konzert vor Ort, die sicher auch ihre Berechtigung haben? Oder den Interessen der Leserschaft des jeweiligen Mediums, für die der Inhalt eigentlich bestimmt ist? Gar nicht immer so einfach in der Abwägung!

Wenn bei einer Pressemitteilung noch „jeder“ seine Meinung dazugeben mag, was sicher verständlich ist, bleibt manchmal nur der Schatten einer Botschaft zurück und das „Wunder“: „Warum haben wir so wenig Abdrucke?“

Und wer meint, dass das reine Bemailen von Kontakten den direkten Kontakt, um Vertrauen aufzubauen, ersetzt, wird meist eines Besseren belehrt, allerdings auf Kosten des Themas. Wirklich schade!

Da ist es doch sinnvoller, wenn wir, die am touristischen Kommunikations-Prozess Beteiligten, über Chancen, Möglichkeiten und Erwartungen sprechen. Agenturen klären offen darüber auf, was machbar ist und was nicht – so bleibt keine verbrannte Erde zurück. Kunden wissen, dass manches auch Zeit braucht, gewähren Vertrauen in die Umsetzung, und können solide Arbeit erwarten.

Presseverantwortliche in den Destinationen oder Hotels sind hierbei oft Mittler mit hoher Verantwortung, sie handeln zwischen den Polen und brauchen dabei Mut in alle Richtungen. Sie müssen abwägen zwischen den realistischen Wünschen ihrer Arbeitgeber, ihrem eigenen Empfinden und Wissen und dem wirklich Machbaren seitens der Dienstleister.

 

In diesem Sinne … wirken wir wirksam am besten gemeinsam.

Rainer Schwarz

 

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August: PR braucht Persönlichkeiten

Welche Eigenschaften echte Kommunikatoren auszeichnen.

Kommunikatoren in den PR-Abteilungen sind für mich 360-Grad-Persönlichkeiten und stehen somit immer in der Verantwortung im Sinne der klassischen Öffentlichkeitsarbeit, sie haben das Ganze im Blick.

Das kann zwar auch das Schreiben einer Pressemitteilung beinhalten, doch vor allem gehört dazu die Entwicklung der großen Kommunikationslinien einer Destination oder eines Hotels.

Kommunikatoren sind das gute Gewissen des Hauses, sind Meinungsreflektoren, wirken oft im Hintergrund, machen andere groß und dienen, sagen klar, was sie denken. Sie sind Mittler zwischen den Welten, setzen die Fragen der Journalisten und die Auskunftsfreudigkeit von Unternehmen in Einklang und sind verantwortlich für den richtigen Ton.

Sie bringen stille Macher zur Geltung und fokussieren Vielredner auf den Kern des Geschehens. Die hohe Kunst ist es weniger zu reden und mehr zu sagen.

Um diese Position gerade in Krisenzeiten gut ausüben zu können, bedarf es in erster Linie: Vertrauen!

Vertrauen! Zunächst einmal nach innen. So gilt die Einbindung in relevante unternehmerische Prozesse als unabdingbar. Nicht umsonst sind Pressesprecher im besten Falle bei Vorstandssitzungen dabei, werden um Einschätzung gefragt, denn schließlich kennen sie alle Zielgruppen, deren Bedürfnisse, Wünsche und kritische Kommunikationspunkte.

Und es geht vor allem um das wechselseitige Vertrauen hin zu den Medien. Um dies zu leben, braucht es Eigenschaften, die am besten schon in der eigenen Persönlichkeit hinterlegt sind und dann dauerhaft verfeinert oder entwickelt und dann verinnerlicht werden wollen.

Einige der Eigenschaften oder Tugenden habe ich hier zusammengefasst.

Ich bin sicher, es gibt noch viele mehr und deshalb gilt meine Einladung an die Leser dieser Zeilen: Ergänzen und hinterfragen Sie die Ihnen wichtigen Punkte und sie erkennen, was Ihnen an Ihrem Beruf oder Berufung wichtig ist – oder welche Eigenschaften Sie für die Persönlichkeiten in Ihrer Kommunikationsabteilung sehen.

Humor

Wer über sich selbst lachen kann, nimmt sich nie zu ernst.

Mut

Vor allem dann, wenn es darum geht seine Meinung zu äußern.

Authentizität

Ich muss nichts vorspielen, was ich nicht bin.

Gelassenheit

Ich bin nicht der Chef.

Demut

Wir haben niemals alles im Griff.

Durchsetzungsvermögen

Bei aller Diplomatie, es braucht auch klare Führung.

Empathie

Ich verstehe die Beweggründe anderer Menschen.

Achtsamkeit

Wahrnehmen, hinhören und immer wieder selbst reflektieren.

Resilienz

Ich kann Rückschläge und Enttäuschungen gut verarbeiten.

Und noch einige zum Weitersinnieren…

Loyalität, Stärke, Entscheidungsfähigkeit, Toleranz, Kritikfähigkeit, Ehrlichkeit u. v. a.

 

In diesem Sinne … schaffen wir eine vertrauensvolle Öffentlichkeit.

Rainer Schwarz

 

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Juni: Corona aktuell: Sollen wir wieder „Presse“-reisen?

Zugegeben, eher eine rhetorische Frage! Denn ja, bitte lasst uns wieder „Presse“-reisen. Schließlich ist die Pressereise das Sahnehäubchen der Tourismus-Kommunikation, wenn es um die reale Vermittlung von Reiseerlebnissen geht. Also auch ein Gebot der Zeit.

 

Eines vorweg: bitte keine Pressereise um jeden Preis. In vorderster Linie steht der Schutz der Menschen im Rahmen der gesetzlichen Corona-Verordnungen. Punkt.

Darum herum gibt es allerdings viel zu sagen und zu vermitteln.

Deshalb rücken wir doch am besten gleich das Thema der Zeit in den Mittelpunkt und zeigen, wie wir unterwegs sein können, dabei sorgsam miteinander umgehen und dennoch Freude und Lust auf Urlaub wecken.

Welche Vorkehrungen haben die Regionen und Destinationen, deren Leistungspartner und Hotels getroffen? Wie ist es, mit Maske begrüßt zu werden? Wie funktioniert es in der Bahn oder im Flieger wirklich?

Doch vor allem: Wie fühlen sich die zurückgewonnenen Freiheiten an, wieder reisen zu können? Endlich wieder Urlaub, was macht das mit den Gästen? Gerade jetzt, wenn sich die Reiserestriktionen weiter lockern.

Das sind die Themen, die Medien und Journalist*Innen interessieren und die Leser*Innen sowieso. Und noch eines kommt hinzu: Der Auftrag der PR ist eben auch zu informieren, sachlich und kompetent. Hier sind wir als Öffentlichkeitsarbeiter*Innen in der Verantwortung.

In diesem Sinne,

Rainer Schwarz

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Mai: Gute Kommunikation beginnt mit nachfragen beim Gast

Manchmal bin ich davon überzeugt, dass ich eh schon alles weiß. Meine Gäste lieben die Berge oder die See, oder den Wald, das Wandern … Also, wo liegt das Problem? Ist doch alles gut?!

Sagen wir eher: Wo liegt die Chance? Darin, sich zu differenzieren in der Vielfältigkeit der Angebote und Botschaften; gerade jetzt, in einer Zeit, in der sich alle aufmachen, um von sich zu reden, dann doch lieber den Gast ansprechen und wirklich erreichen.

Doch wie geht das? Ganz einfach, indem wir Fragen stellen. Wenn wir die Eigenwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung paaren, entstehen daraus wahre Kommunikations-Perlen.

Ein Beispiel: Wenn ein Gast sagt, „ich liebe die Berge“, dann geht ein Bild in mir auf und wir könnten sagen: „Yeah, Berge, die haben wir, alles klar – läuft!“ Wenn ich ihn dann allerdings frage: „Beschreib doch mal genauer bitte“ Dann erhalte ich eventuell Antworten wie: Geborgenheit, Durchatmen, Ruhe, Kick am Klettern, Hüttengaudi, Skifahren, Sonnenaufgang auf dem Gipfel, frische Luft, so nah am Himmel wie nie, und, und, und …

Wir bekommen also exakt die Kommunikationsanker, mit denen wir unsere Botschaften so ausrichten können, dass sie mein Hotel- oder Destinationsangebot mit den Bedürfniswelten der Gäste verbinden. Dabei gibt es meistens nicht nur eine Welt, auch wenn wir sie uns manchmal als eine Welt wünschen.
Lohnt es sich, dafür Fragen zu stellen? Ja, unbedingt!

PS: „Wer Fragen stellt, der führt“, sagt schon eine alte Weisheit. Wir sagen immer: Fragen finden Worte für meine Orte! In diesem Sinne,

Rainer Schwarz

www.rsps.de

Über den Autor

Rainer Schwarz ist PR-Experte, Wirtschaftsmediator (Steinbeis University), Begleiter für Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz (ICL) und Begleitender Seelsorger (ICL). Er führt zusammen mit Dr. Anja Baumeister die RSPS Agentur für Kommunikation GmbH in Tübingen. Die Agentur kommuniziert für Destinationen und Hotels. Hauptexpertise: PR-Strategie, Pressearbeit, Pressereisen und Social Media. Hauptanliegen: den genetischen Code transportieren, das, was Gäste am Gastgeber lieben. Für mehr Nachfrage, Imagebildung und Interaktionen. Die RSPS Mission: Vertrauen kommunizieren, Menschen begeistern, Gäste gewinnen. Seit 1998. www.rsps.de