Mit der Förderung von vier Forschungsprojekten setzt das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) im Zeitraum 2026/2027 wieder Impulse für die Weiterentwicklung des Tourismus in Bayern. Im Fokus stehen zentrale Zukunftsthemen – von innovativen Ausbildungsmodellen über den Einsatz von Service-Robotern und KI-gestützten Erlebnisformaten bis hin zur Stärkung touristischer Wertschöpfungsketten angesichts multipler Krisen.
Konkret gefördert wird die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die unter dem Titel „Tourismus-Stresstest“ untersucht, wie sich exogene Schocks auf die Verwundbarkeit kleiner und mittlerer Betriebe (KMU) in bayerischen Wertschöpfungsnetzwerken auswirken und welche Faktoren die Widerstandsfähigkeit fördern. Methodisch werden dabei relevante Schocks identifiziert, typische Geschäftsmodelle inklusive ihrer Investitionsfähigkeit und Abhängigkeiten einem Stresstest unterzogen und die wirtschaftlich-finanziellen Folgen dieser Schocks untersucht.
Das Projekt „Immersive Points“ der IU Internationale Hochschule wiederum forscht zu der Frage, wie KI-gestützte Erlebnisformate als Schnittstelle zwischen Destinationsentwicklung, demokratischer Bildung und nachhaltiger Transformation eingesetzt werden können. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines transdisziplinären Bezugsrahmens für „einnehmende Orte“, die historische, demokratiefördernde und nachhaltige Narrative im öffentlichen Raum erfahrbar machen – beispielsweise mit Hilfe VR-basierter Anwendungen.
Als drittes fördert das BZT die Hochschule Kempten mit ihrem Projekt „Zwischen Fachkräftemangel und digitaler Transformation: Zukunftsfähige Ausbildungsmodelle im bayerischen Tourismus“. Ziel ist hier, die Zukunftsfähigkeit bestehender Ausbildungsmodelle zu analysieren und Handlungsempfehlungen für Politik, Bildungsinstitutionen und Tourismuswirtschaft zu entwickeln. Auf dem Projekt aufbauend wird ein praxisorientierter „Kompetenzrahmen Tourismus Bayern 2030“ entwickelt, der als Grundlage für die Weiterentwicklung von Ausbildungsangeboten und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen dient.
Das Forschungsvorhaben der Hochschule München wiederum widmet sich dem Zukunftsfeld der Robotik – und welches Potenzial Serviceroboter im bayerischen Gastgewerbe bieten. Dabei werden die Ist-Situation in Hotellerie- und Gastronomiebetrieben erfasst, Einsatzmöglichkeiten und Wertschöpfungspotenziale identifiziert und veränderte Tätigkeits- und Kompetenzanforderungen von Mitarbeitern durch den Robotik-Einsatz festgehalten. Teil des Projekts sind zudem die Erarbeitung eines praxisorientierten Handlungsleitfadens sowie Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Lehrplänen in Berufsschulen und Hochschulen.
„Die ausgewählten Vorhaben zeigen: Innovationen im Tourismus sind kein Selbstzweck“, fassen Prof. Alfred Bauer und Prof. Jürgen Schmude vom BZT die diesjährige Förderperiode zusammen. Entscheidend sei vielmehr, „konkrete Mehrwerte für Betriebe, Destinationen, Mitarbeitende und Gäste zu schaffen“. Das BZT vergibt seit 2020 jährlich bis zu vier Förderungen an Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten etc., die sich wissenschaftlich mit dem Tourismus in Bayern befassen. Die Fördersumme je Projekt beträgt für zwölf Monate 50.000 Euro. Eine Übersicht der aktuellen und bereits abgeschlossenen Förderprojekte finden Sie unter https://bzt.bayern/gefoerderte-projekte/