Ein Gespräch über das Fachbesucherprogramm auf dem CARAVAN SALON 2026, die Bedeutung des persönlichen Austauschs in Zeiten der Digitalisierung, und warum erfolgreiche Beispiele oft am besten zeigen , welches Potenzial in innovativen Konzepten steckt.
Das Fachprogramm „Destination Zukunft“ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des CARAVAN SALON entwickelt. Welche Bedeutung hat dieses Format inzwischen?
„Destination Zukunft“ ist heute weit mehr als ein klassisches Konferenzprogramm. Es hat sich zu einer wichtigen Plattform entwickelt, auf der Vertreter aus Tourismus, Caravaningwirtschaft, Politik und Wissenschaft miteinander ins Gespräch kommen. Gerade weil Caravaning als Reiseform kontinuierlich an Bedeutung gewinnt, braucht es den Austausch darüber, wie Destinationen auf diese Entwicklung reagieren können. Unser Ziel ist es, Impulse zu geben, Wissen zu vermitteln und Akteure miteinander zu vernetzen, die gemeinsam die Zukunft des Tourismus gestalten.
Warum spielt Caravaning für touristische Destinationen heute eine so große Rolle?
Caravaning steht für individuelle, flexible und naturnahe Reiseformen – genau das, wonach viele Menschen heute suchen. Gleichzeitig bringt Caravaning messbare wirtschaftliche Impulse in die Kommunen. Caravaning-Gäste bleiben häufig mehrere Tage, reisen bewusst auch in ländliche Regionen und kleinere Städte und generieren dort Umsätze in Handel, Gastronomie, Freizeitwirtschaft und Dienstleistungsbetrieben. Dadurch stärkt Caravaning die regionale Wertschöpfung, unterstützt lokale Arbeitsplätze und erhöht die wirtschaftliche Attraktivität der Destinationen.
Welche Themen stehen in diesem Jahr besonders im Fokus?
Das Programm ist bewusst breit angelegt. Wir beschäftigen uns mit Infrastruktur, Digitalisierung, Stellplatzentwicklung, Outdoor- und Aktivtourismus sowie neuen Mobilitätskonzepten. Gleichzeitig geht es immer um die Frage, wie Regionen diese Entwicklungen konkret für sich nutzen können. Uns ist wichtig, nicht nur über Trends zu sprechen, sondern auch praxisnahe Lösungen und erfolgreiche Beispiele vorzustellen.
Der Deutsche Stellplatztag eröffnet das Fachprogramm. Warum ist das Thema Stellplätze aktuell so wichtig?
Die Nachfrage nach Reisemobilstellplätzen wächst seit Jahren kontinuierlich. Viele Kommunen erkennen inzwischen, welches wirtschaftliche Potenzial darin steckt. Gleichzeitig entstehen viele Fragen: Welche Konzepte funktionieren? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Wie lassen sich Stellplätze nachhaltig betreiben? Der Stellplatztag liefert genau dafür wertvolle Informationen und bringt die relevanten Akteure zusammen.
Ein weiterer Programmpunkt ist die InnovationStage. Welche Rolle spielen technologische Entwicklungen für die Zukunft des Caravanings?
Eine sehr große. Themen wie Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, digitale Buchungsplattformen oder intelligente Gäste-Services verändern die Branche bereits heute. Gleichzeitig entstehen dadurch völlig neue Geschäftsmodelle und Kooperationen. Die InnovationStage zeigt, wie Technologie das Reiseerlebnis verbessert und welche Chancen sich daraus sowohl für Unternehmen als auch für Destinationen ergeben.
Outdoor- und Aktivtourismus nehmen ebenfalls einen wichtigen Platz im Programm ein. Warum?
Caravaning und Outdooraktivitäten ergänzen sich ideal. Viele Reisende verbinden ihren Urlaub mit Wandern, Radfahren, Wassersport oder anderen Freizeitaktivitäten. Destinationen profitieren davon, wenn sie diese Angebote miteinander verknüpfen. Deshalb beschäftigen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern intensiv mit der Frage, wie Outdoortrends zur regionalen Entwicklung beitragen können und welche neuen Zielgruppen dadurch angesprochen werden.
Beim Camping Destination Day stehen Praxisbeispiele im Mittelpunkt – unter anderem das Wacken Open Air. Was können Destinationen daraus lernen?
Erfolgreiche Beispiele zeigen oft am besten, welches Potenzial in innovativen Konzepten steckt. Das Wacken Open Air demonstriert eindrucksvoll, wie aus einem Ort für kurze Zeit eine Destination für zehntausende Besucher wird. Solche Beispiele liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Infrastruktur geplant, Besucherströme gesteuert und nachhaltige touristische Angebote entwickelt werden können. Genau dieser Praxisbezug macht den Camping Destination Day besonders spannend.
An wen richtet sich „Destination Zukunft“?
Das Programm spricht eine sehr breite Zielgruppe an. Dazu gehören Touristiker, Vertreter von Kommunen und Regionen, Betreiber von Campingplätzen und Stellplätzen, Unternehmen der Caravaningbranche, politische Entscheidungsträger sowie alle, die sich mit der Zukunft des Tourismus beschäftigen. Gerade die Mischung der Perspektiven macht den besonderen Wert der Veranstaltung aus.
Was wünschen Sie sich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach den drei Tagen mitnehmen?
Im Idealfall neue Ideen, wertvolle Kontakte und konkrete Ansätze für die eigene Arbeit. Wir möchten zeigen, dass Caravaning längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Impulsgeber für den Tourismus geworden ist. Wer Destinationen zukunftsfähig entwickeln möchte, kommt an Themen wie mobilem Reisen, nachhaltiger Infrastruktur und innovativen touristischen Angeboten kaum noch vorbei. Genau dafür liefert „Destination Zukunft“ die passende Plattform.