Verbände kritisieren ungleiche Besteuerung der Verkehrsträger

Während der klimaschädliche Flugverkehr bei internationalen Flügen gänzlich von der Mehrwertsteuer befreit ist, müssen Fernreisende im Zug oder Fernbus in Deutschland bis zur Grenze den vollen Mehrwertsteuersatz zahlen. Diesen Missstand kritisierten am Mittwoch in Berlin die Allianz pro Schiene, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) und der DTV. Die ungerechte Besteuerung sei „zum Beispiel ein Hindernis für den Aufbau eines dichten europäischen Nachtzugnetzes,“ meint der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Die Summe, die dem deutschen Haushalt durch die Steuerbefreiung grenzüberschreitender Flüge entgeht, beziffert er auf jährlich 4,8 Milliarden Euro. Reisende, die klimafreundlich mit Bus und Bahn mobil sein wollen, würden in Deutschland „über die Mehrwertsteuer regelrecht bestraft“, sagt Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo. Im Interesse von Umwelt und fairen Marktbedingungen sei es höchste Zeit, „diese gewaltigen Fehlanreize zu überdenken“, so Leonard. Der DTV fordert seit langem eine bessere Anbindung touristischer Regionen an die Verkehrsnetze und damit mehr politischen Einsatz für umweltfreundliche Mobilitätskonzepte im Deutschlandtourismus.