Stichwahl in Frankreich: Sorge für Incoming-Tourismus bei Le Pen-Sieg

Im Falle eines Sieges von Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich am 7. Mai könnten die Folgen für den internationalen Tourismus, ähnlich wie beim Brexit, schnell spürbar sein. Nicht nur Guy Raffour, Gründer der gleichnamigen Marktforschungsagentur, warnt mit Blick auf den aufflammenden Rechtspopulismus vor einem möglichen Austritt aus der EU. Damit würde die Tourismusbranche ebenso wie die Attraktivität Frankreichs als Reiseland „massiv beeinträchtigt“, so Raffour. Aktuell ist Frankreich mit rund 83 Millionen ausländischen Touristen das international beliebteste Reiseziel. Ein EU-Austritt hätte aber auch Folgen auf das Reiseverhalten der Franzosen ins Ausland. 3,4 Millionen Franzosen machten 2016 Urlaub in Deutschland. Besonders kurze Gruppeneisen erfreuen sich großer Beliebtheit, so eine aktuelle Umfrage von Atout France. Nach Angaben der Welttourismusorganisation (UNWTO) stiegen die Ausgaben französischer Touristen zuletzt um sieben Prozent auf 41 Milliarden Dollar. Damit liegt Frankreich weltweit auf Platz fünf. Ob so viel Geld nach einem politischen Umbruch auch noch für Ferien ausgegeben würde – fraglich. Die Briten jedenfalls reisen seit dem Brexit deutlich weniger.