Namensgebung für neue ICE-Züge – Kritik an “Anne Frank”

Vier Wochen lang konnten bei der Bahn Namensvorschläge für die 25 Züge der neuesten ICE-Generation eingereicht werden, die bis 2019 auf die Schiene gehen. Die Vorgabe: Die Züge sollten nach historischen deutschen Persönlichkeiten benannt werden. Rund 19.400 Vorschläge gingen ein, eine sechsköpfige Jury hat vergangene Woche entschieden, wie die 25 Züge heißen werden. Konrad Adenauer, Thomas Mann, Hildegard Knef – alles kein Problem. Nur an einem Namen entzündet sich Kritik: Anne Frank. Miriam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums in Frankfurt, meint: „Die Idee, einen Zug der Deutschen Bahn nach einem Holocaust-Opfer zu benennen, zeugt von Geschichtsvergessenheit”. Als Nachfolgerin der Reichbahn, die aktiv an den Deportationen von Juden in die Konzentrationslager beteiligt war, trage sie eine „besondere historische Verantwortung“. Die damals 15-jährige Anne Frank wurde von Amsterdam nach Auschwitz deportiert und starb später in Bergen-Belsen. DW