Gewerbesteurliche Hinzurechnung: schauinsland-reisen gewinnt vor Gericht

Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 24.9.2018 (3 K 2728/16 G) entschieden, dass die Anwendbarkeit der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungstatbestände auf den Reisevorleistungseinkauf auf Basis des Geschäftsmodells von Schauinsland-Reisen nicht rechtens ist. Nach Auffassung des Gerichts fehlt es bereits am  Vorliegen des sogenannten fiktiven Anlagevermögens. Vielmehr sei bei wirtschaftlicher Betrachtung Umlaufvermögen anzunehmen, was sich auch aus der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ableiten lasse. Die Revision ist zwar ausdrücklich zugelassen, doch feiert die Branche das Urteil als wichtigen Etappensieg. „Unsere Auffassung wird damit auch inhaltlich von gerichtlicher Seite geteilt“, kommentiert DRV-Präsident Norbert Fiebig. RDA-Präsident Benedikt Esser fordert nun von der Politik Rechtssicherheit in Form einer gesetzgeberischen Lösung. Über eine erstinstanzliche Einzelfallentscheidung könne diese „ „nicht hergestellt werden“.