DMOs: Finanzielle Abhängigkeit von Kommunen killt Kreativität

Viele Top-Vertreter deutscher DMOs haben auf dem Destination Camp in Hamburg über die Problematik öffentlicher Tourismusfinanzierung und den sich daraus ergebenden engen Handlungsspielräumen diskutiert. Einerseits begrüßten viele die Förderung durch die öffentliche Hand, anderseits erkennen viele Verantwortliche darin ein Hemmnis für Kreativität. „Wenn ich mich als Geschäftsführer wegen 2000 Euro erst mit dem Gemeinderat abstimmen muss, ist das ein echter Antriebskiller“, so eine Teilnehmerin. Dazu wurde in diesem Zusammenhang oft bemängelt, dass es den verantwortlichen Politikern „oft am Willen fehlt, sich in touristische Themen einzuarbeiten“. Über allem stehe, „dass knappe Kassen keinen Spielraum für Experimente zulassen“, so Moderator und Unternehmer Uwe Frers. Viele Teilnehmer wünschten sich zudem flachere Hierarchien, schnellere Entscheidungen und mehr Freiräume für kreative Prozesse, wie dies bei Start-ups der Fall ist. Frank Ketter von der Nordsee-Tourismus-Service GmbH vertrat dagegen den Standpunkt, dass es nicht Aufgabe einer DMO sei, „wie ein Start-up zu agieren“. Ketter: „Unsere Kernaufgabe ist es nicht, neue Buchungsplattformen oder E-Autos zu entwickeln, sondern Angebote für unsere Region zu entwickeln und diese passend und erfolgreich zu bewerben“.