Deutschlandtourismus: Gäste- und Übernachtungszahlen des Statistischen Bundesamtes stimmen nicht

Es ist ein offenes Geheimnis – aber mittlerweile rumort es bei den Fremdenverkehrsämtern und Marketing-Organisationen, wenn es um ihre Gästezahlen geht. Diese werden vom Statistischen Bundesamt (Destatis) erhoben, „sind aber ziemlich ungenau“, so der Geschäftsführer eines großen Tourismusverbandes auf Nachfrage des TN-Deutschland. Die Erfassungsgrundlage erst ab einer Betriebsgröße von 10 Betten sei „schlicht die falsche Methode“, heißt es einhellig bei vielen Verantwortlichen in Städten und Regionen. So nehme das Bundesamt bei Meldungen von Campingplätzen einfach vier Gäste pro Stellplatz an, komplett außen vor bleiben kleinere und private Quartiere, Wassertouristen und Tagestouristen. Darüber hinaus sei die Meldemoral schlecht. Wisse man dann noch um die Personaldecke des Amtes, ähnele der Zustand der Tourismuszahlen „einem System des Ausblendens, Verwischens und Anonymisierens“, so ein Top-Touristiker, der nicht genannt werden will. Der Deutsche Tourismusverband bestätigt, „dass ein großer Teil des Deutschlandtourismus außerhalb der amtlichen nationalen Statistik stattfindet“. Immer mehr Regionen gehen deshalb dazu über, den Destatis-Zahlen eigene entgegenzustellen – etwa aus der Kurtaxe