BRANCHE GEGEN MWST.-ERHÖHUNG AUF HOTELÜBERNACHTUNGEN

Die Tourismusbranche ist sich einig: Der Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zur Abschaffung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie ist ein Fall für die Mülltonne. „Anstatt an den richtigen Stellschrauben zu drehen, will man hier gleich ein ganzes Rad zurückdrehen, was sich aber nachweislich in die richtige Richtung gedreht hat“, so Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV). Bei der Einführung 2010 habe die damalige Regierung einen Wettbewerbsnachteil der deutschen Hotellerie gegenüber den Nachbarländern beendet. In 26 von 28 Staaten gilt ein reduzierter Mehrwertsteuersatz für Übernachtungsleistungen. Auch der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) lehnt den Vorstoß ab. Vor dem Hintergrund, dass die Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen seit der damaligen Reduzierung um 41,6 Prozent gestiegen sind, warnt BVCD-Präsident Dr. Gunter Riechey: „Für eine Branche, bei der Gäste ihre Zelte im wahrsten Sinne jederzeit abbrechen und woanders aufschlagen können, sind die Pläne fatal.“ Damals von der FDP eingeführt, sagt der heutige tourismuspolitische Sprecher der FDP-Fraktion Dr. Marcel Klinge: „Die SPD verschweigt, dass die Steuerermäßigung alleine 2010 und 2011 Investitionen in Personal und Modernisierung in Höhe von mehr als  939,6 Millionen Euro mit sich gebracht hat, die nachhaltig wirken.“